Marktdaten · 10 Min. · Von Vehilo · ·
Gebrauchtwagenpreise: DAT 2026 und aktuelle Marktdaten
Gebrauchtwagenpreise 2026 im Überblick
Die belastbarste Zahl zum tatsächlich bezahlten Preis stammt derzeit aus dem DAT-Report 2026: Private Gebrauchtwagenkäufer zahlten 2025 im Durchschnitt 18.310 €. Für September 2026 meldet AutoScout24 dagegen einen durchschnittlichen Angebotspreis von 26.878 €. Diese Werte messen Verschiedenes und dürfen nicht als direkte Preissteigerung miteinander verrechnet werden.
| Kennzahl | Stand und Wert | Was sie aussagt |
|---|---|---|
| Bezahlter Durchschnittspreis | 2025: 18.310 € | DAT-Befragung privater Käufer |
| Durchschnittlicher Angebotspreis | September 2026: 26.878 € | Inserate auf AutoScout24 |
| Änderung der Angebotspreise | September 2026: +0,1 % zum Vormonat | Leichter Anstieg im Monatsdurchschnitt |
| Halterwechsel | September 2026: 533.447 Pkw | −4,8 % gegenüber September 2025 |
| Halterwechsel Januar bis September | 2026: 4.806.866 Pkw | −2,9 % zum Vorjahreszeitraum |
| Finanzierungsanteil | 2025: 49 % | Anteil der befragten Gebrauchtwagenkäufer |
| Erhebliche oder gefährliche HU-Mängel | TÜV-Report 2026: 21,5 % | Rund 9,5 Mio. Hauptuntersuchungen |
Stand der Monatsdaten ist September 2026. Der bezahlte Durchschnittspreis, der Finanzierungsanteil und die TÜV-Quote beziehen sich auf andere Erhebungszeiträume und Grundgesamtheiten. Die Tabelle ordnet sie nebeneinander ein; sie bildet keine gemeinsame Preisstatistik.
Wenn du diese Marktwerte auf dein eigenes erstes Jahr herunterbrechen willst, hilft dir die Gebrauchtwagen-Budget-Arbeitshilfe dabei, Kaufpreis, fällige Zahlungen und Wertverlust getrennt zu betrachten.
18.310 € bezahlt, 26.878 € angeboten: zwei verschiedene Messgrößen
Der DAT-Report 2026 beschreibt Käufe aus dem Jahr 2025. DAT nennt 18.310 € als durchschnittlich bezahlten Gebrauchtwagenpreis. Für die Themen rund um den Pkw-Kauf wurden 2.598 Privatpersonen befragt, darunter 1.306 Käufer von Gebrauchtwagen; die Stichproben wurden gewichtet.
Der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index bildet durchschnittliche Angebotspreise der dort inserierten Fahrzeuge ab. Im September 2026 lag der Wert bei 26.878 €, 0,1 % über August. Ein Angebotspreis ist weder ein Verkaufspreis noch der faire Wert eines konkreten Autos.
| Kaufjahr | Durchschnittspreis |
|---|---|
| 2016 | 11.430 € |
| 2017 | 11.250 € |
| 2018 | 11.780 € |
| 2019 | 12.470 € |
| 2020 | 14.730 € |
| 2021 | 15.740 € |
| 2022 | 18.800 € |
| 2023 | 18.620 € |
| 2024 | 18.600 € |
| 2025 | 18.310 € |
Die DAT-Reihe zeigt nach dem Anstieg bis 2022 ein hohes, zuletzt leicht sinkendes Niveau. Sie ist eine rückblickende Reihe bezahlter Durchschnittspreise. Daraus lässt sich kein Preisverlauf für eine bestimmte Modellgeneration ableiten.
Marktvolumen: 533.447 Halterwechsel im September 2026
Nach der DAT-Marktübersicht für September 2026 wechselten im September 533.447 gebrauchte Pkw den Halter. Das waren 4,8 % weniger als im September 2025. Von Januar bis September waren es 4.806.866 Fahrzeuge, 2,9 % weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.
Halterwechsel zählen Besitzumschreibungen. Sie zeigen weder, wie viele Autos gerade zum Verkauf stehen, noch wie viele Menschen ein Auto suchen. Aus weniger Halterwechseln allein lässt sich deshalb keine schwächere Nachfrage ableiten. Auch die Ursache des Rückgangs bleibt mit dieser Zahl offen.
Für die Frage ‚Jetzt kaufen oder warten?‘ reichen diese Marktzahlen nicht aus. Sinkende durchschnittliche Angebotspreise auf einer Plattform sagen nicht voraus, wie sich der Preis deiner gesuchten Modellvariante entwickelt. Vergleiche passende Fahrzeuge und ihre Beleglage; entscheide dann anhand deines Bedarfs und Budgets, statt einen allgemeinen Markttrend als Kaufempfehlung zu lesen.
Angebotspreise sinnvoll vergleichen
Ein Angebotspreis ist kein garantierter Wert. Vergleiche zuerst nur Fahrzeuge, die bei Generation, Motor oder Antrieb, Erstzulassung, Laufleistung und Verkäuferart wirklich zusammenpassen. Zustand, Historie, Ausstattung und bereits fällige Arbeiten gehören in eine eigene Prüfung.
1. Lege Baureihe oder Generation, Motor beziehungsweise Antrieb sowie ein passendes Erstzulassungs- und Laufleistungsband fest.
2. Halte Händler- und Privatangebote getrennt. Notiere Ausstattung und sichtbare Abweichungen, statt sie in einem Durchschnitt zu verstecken.
3. Kennzeichne Angebote mit beschädigtem, Export- oder Projektstatus, fehlender HU oder unklaren Angaben separat beziehungsweise schließe sie aus, wenn sie nicht vergleichbar sind.
4. Schreibe für jedes Angebot den Angebotspreis, die Quelle der Angabe, belegte Wartungs- oder Unfallinformationen und bereits erkennbare Arbeiten auf.
5. Lies die Preisposition nur innerhalb dieser Gruppe. Eine niedrige oder hohe Zahl ist eine Frage für die weitere Prüfung, kein Beweis für einen fairen Wert.
6. Leite daraus den nächsten Schritt ab: Belege anfordern, einen Unterschied erklären lassen, eine passende Prüfung organisieren, verhandeln oder pausieren.
Methodenhinweis: DAT webScan, die ADAC-Datenbank und die AutoScout24-Preisbewertung messen unterschiedliche Dinge. Keine dieser Quellen ersetzt die Prüfung des konkreten Inserats oder des Fahrzeugzustands.
Was bringt ein größeres Altersfenster bei der Suche?
Du suchst bisher nur drei bis fünf Jahre alte Autos, aber kein Treffer passt zu deinem Budget? Ein zweiter Suchlauf mit einem größeren Altersfenster kann zeigen, ob ältere Exemplare derselben Modellgeneration und Variante infrage kommen. Die September-Zahlen geben dafür einen Marktüberblick:
| Altersgruppe laut AGPI | Durchschnittlicher Angebotspreis im September 2026 | Veränderung gegenüber August 2026 |
|---|---|---|
| 1–3 Jahre | 35.647 € | −0,44 % |
| 3–5 Jahre | 28.712 € | +0,10 % |
| 5–10 Jahre | 21.984 € | −0,20 % |
Quelle: AutoScout24, AGPI September 2026, Seite 3, veröffentlicht am 1. Oktober 2026. Die Werte beschreiben Angebotspreise deutscher AutoScout24-Gebrauchtwageninserate, keine tatsächlich bezahlten Kaufpreise.
In den drei Gruppen stehen unterschiedliche Autos. Der Abstand zwischen ihren Durchschnittspreisen zeigt deshalb weder den Wertverlust eines bestimmten Modells noch den Betrag, den du durch ein höheres Fahrzeugalter sparen kannst. Auch die Monatsbewegung ist nicht einheitlich: Der Durchschnitt der drei bis fünf Jahre alten Autos stieg leicht, während die beiden anderen Gruppen leicht nachgaben.
Für einen begrenzten Suchversuch kannst du das Fenster von drei bis fünf auf drei bis zehn Jahre öffnen. Lass Modellgeneration, genaue Motor- oder Batterievariante, Getriebe, Kaufpreisgrenze und Laufleistungsband unverändert. Behalte auch Verkäuferart und benötigte Ausstattung bei. Gibt es die gewünschte Ausführung im älteren Bereich nicht, wäre der Wechsel zur Vorgängergeneration ein anderer Vergleich.
Stelle anschließend passende neue Treffer neben deine bisherige Auswahl. Vergleiche Wartungsbelege, dokumentierten Zustand und bereits fällige Arbeiten; kennzeichne fehlende Angaben als offen. So prüfst du, ob tatsächlich ein älteres Exemplar zu deinen Anforderungen und deinem Budget passt oder ob der niedrigere Preis mit anderen Unterschieden verbunden ist.
Gleicher Durchschnitt, unterschiedliche Preisspanne
Du hast vergleichbare Angebote gesammelt und ihren Durchschnitt berechnet. Schau dir auch an, wie weit die Preise auseinanderliegen. Zwei Gruppen können denselben Durchschnitt haben, obwohl ihre Preise ganz anders verteilt sind.
Die folgenden Preise sind vollständig erfunden. Es sind keine erhobenen Inserate und keine Marktpreise eines bestimmten Modells. Für die Rechnung nehmen wir innerhalb jeder der beiden getrennten Gruppen vergleichbare Fahrzeuge an.
| Preisposition, aufsteigend | Gruppe A: eng beieinander | Gruppe B: weit auseinander |
|---|---|---|
| 1 | 18.500 € | 14.000 € |
| 2 | 19.000 € | 16.000 € |
| 3 | 19.500 € | 18.000 € |
| 4 | 20.000 € | 20.000 € |
| 5 | 20.000 € | 20.000 € |
| 6 | 20.500 € | 22.000 € |
| 7 | 21.000 € | 24.000 € |
| 8 | 21.500 € | 26.000 € |
In beiden Gruppen ergibt die Summe 160.000 Euro. Geteilt durch acht sind das 20.000 Euro Durchschnitt. Auch der Median liegt jeweils bei 20.000 Euro: Bei acht sortierten Preisen ist er der Mittelwert aus Position vier und fünf.
Trotzdem liegen zwischen billigstem und teuerstem Preis in A nur 3.000 Euro, in B dagegen 12.000 Euro. „Im Schnitt 20.000 Euro“ lässt diesen Unterschied verschwinden.
| Kennzahl der synthetischen Beispiele | Gruppe A | Gruppe B |
|---|---|---|
| Durchschnitt | 20.000 € | 20.000 € |
| Median | 20.000 € | 20.000 € |
| Minimum bis Maximum | 18.500–21.500 € | 14.000–26.000 € |
| Unteres bis oberes Quartil | 19.250–20.750 € | 17.000–23.000 € |
| Abstand zwischen den Quartilen | 1.500 € | 6.000 € |
Die Quartile begrenzen den mittleren Bereich der Verteilung. Ihr Abstand heißt Interquartilsabstand. Er zeigt dir die Streuung, ohne sie allein vom billigsten und teuersten Angebot abhängig zu machen. Die Spannweite zwischen Minimum und Maximum hängt dagegen direkt an den beiden äußersten Werten. NIST: Boxplot und Quartile, NIST: Interquartilsabstand
Unsere Rechenregel: Das untere Quartil ist hier der Median der unteren vier Preise; das obere ist der Median der oberen vier. Für A ergeben sich 19.250 und 20.750 Euro. Quartile lassen sich auf unterschiedliche Weise berechnen. Wenn du Angaben aus unterschiedlichen Auswertungen vergleichst, sollte deshalb auch die Berechnung erklärt sein.
Ein zusätzlich betrachtetes Angebot für 19.000 Euro läge in beiden Gruppen fünf Prozent unter dem Durchschnitt. In A liegt nur einer der acht Beispielwerte darunter, in B sind es drei. Der gleiche Abstand zum Durchschnitt fällt je nach Verteilung also anders ins Gewicht.
Für deinen Kauf wäre meine nächste Frage: „Welcher konkrete Unterschied erklärt die Preisposition?“ Die Verteilung selbst verrät nicht, ob eine andere Ausstattung, ein höherer Kilometerstand, offene Arbeiten oder einfach die Preisvorstellung des Verkäufers dahintersteht. Alles unter dem unteren Quartil zum Schnäppchen zu erklären, wäre deshalb voreilig.
Auch ein Median hilft wenig, wenn die verglichenen Autos nicht zusammenpassen. Wenn du Generationen und Antriebe vermischst oder denselben Wagen mehrfach zählst, wird die berechnete Mitte nicht automatisch aussagekräftig. Bei wenigen passenden Angeboten würde ich die einzelnen Preise sichtbar lassen, statt eine vermeintlich sichere Marktgrenze zu ziehen.
Für einen zeitlichen Vergleich kommt eine weitere Frage hinzu: Wurde gleich gerechnet? AutoScout24 weist im AGPI-Bericht für August 2026 darauf hin, dass die Methode im März 2025 geändert wurde und dadurch Abweichungen gegenüber früheren Berechnungen entstehen können. Der Bericht veröffentlicht zudem keine Modell-Quartile, aus denen sich die Streuung deiner konkreten Suche ablesen ließe. AutoScout24: AGPI August 2026, methodische Hinweise auf Seite 6
Die beiden Tabellen erklären also eine Methode. Sie liefern keinen fairen Fahrzeugwert, keine Verhandlungsvorgabe und keine gemessene Preisstreuung des deutschen Gebrauchtwagenmarktes.
Quellen zu diesem Rechenbeispiel
Kurzes Beispiel: Vergleich statt Preisurteil
Die folgenden Angaben sind frei erfundene Annahmen und keine Marktbeobachtung:
| Merkmal | Angebot A | Angebot B |
|---|---|---|
| Angebotspreis | 18.900 EUR | 17.500 EUR |
| Laufleistung | 82.000 km | 118.000 km |
| Verkäuferart | Händler | Privat |
| Unterlagen | vollständige Wartungsbelege (Annahme) | Rechnungen fehlen (Annahme) |
| Nächste Frage | Welche Arbeiten sind bereits erledigt oder fällig? | Welche Belege und welcher Reifen-/Wartungsstand fehlen? |
Angebot B ist wegen der niedrigeren Zahl nicht automatisch günstiger oder fairer. Das Beispiel zeigt nur, warum Preis, Laufleistung, Verkäuferart und Beleglage vor einer Entscheidung zusammen betrachtet werden müssen.
Finanzierung, HU und die einzelne Kaufentscheidung
DAT nennt für 2025 einen Finanzierungsanteil von 49 %. Vergleiche bei einem Kredit deshalb Gesamtbetrag, Laufzeit, Zins, Anzahlung und mögliche Schlussrate. Die Monatsrate allein zeigt nicht, ob das Auto mit Versicherung, Steuer, Wartung und Reparaturen in dein Budget passt.
Für den TÜV-Report 2026 wurden rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen aus dem Zeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 ausgewertet. Bei 21,5 % wurden erhebliche oder gefährliche Mängel festgestellt. Die Quote beschreibt die untersuchten Fahrzeuge als Gruppe. Eine frische HU ersetzt keine Wartungshistorie und keine auf das konkrete Auto abgestimmte Prüfung.
Bei einem konkreten Inserat kann eine Inseratsprüfung Preislogik, sichtbare Risiken, fehlende Belege und Verkäuferfragen vor der Besichtigung ordnen.
Häufige Fragen, Quellen und Grenzen
- Wie hoch ist der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis 2026?
- Der jüngste DAT-Wert für tatsächlich bezahlte Preise betrifft Käufe 2025 und liegt bei 18.310 €. AutoScout24 nennt für September 2026 einen durchschnittlichen Angebotspreis von 26.878 €. Die Werte sind wegen Zeitraum, Datenbasis und Messgröße nicht direkt vergleichbar.
- Werden Gebrauchtwagen 2026 günstiger?
- Der AutoScout24-Index stieg im September 2026 um 0,1 % gegenüber August. Die Bewegung unterscheidet sich nach Segment und Antrieb. Der Durchschnitt beschreibt Angebotspreise auf dieser Plattform, nicht den Preisverlauf jedes Autos oder die später bezahlten Preise.
- Wie prüfe ich, ob ein konkreter Preis fair ist?
- Vergleiche dieselbe Modellgeneration, Motorisierung, Baujahre und eine ähnliche Laufleistung. Berücksichtige Ausstattung, Verkäuferrolle, Wartungs- und Schadenhistorie sowie bereits fällige Arbeiten. Ein bundesweiter Durchschnitt reicht dafür nicht.
Quellen und weiterführende Hinweise
Die Daten stammen aus unterschiedlichen Erhebungen, Zeiträumen und Grundgesamtheiten. Sie bewerten kein einzelnes Fahrzeug und ersetzen weder eine Fahrzeugbewertung noch eine Werkstattprüfung, Hauptuntersuchung, Finanz- oder Rechtsberatung.
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