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Kaufberatung · 8 Min. · Von Vehilo ·

E-Klasse T-Modell gebraucht: E 220 d oder E 300 de?

Der E 300 de fährt kurze Wege elektrisch, gibt dafür aber Kofferraum ab. Welche S213-Variante zu Gepäck, Anhänger und Ladeplatz passt.

Beim Inserat wirken E 220 d und E 300 de schnell wie zwei Motorvarianten desselben großen Kombis. Im Alltag ist der Unterschied handfester: Beim Plug-in-Diesel steckt zusätzlich eine Batterie im Auto. Das bringt elektrische Kilometer, kostet in den hier verglichenen Varianten aber 160 Liter Kofferraum.

Überraschend klein fällt dagegen der Abstand bei der Zuladung aus. In den technischen Daten liegen nur zehn Kilogramm zwischen beiden Autos. Auch die gebremste Anhängelast ist gleich angegeben. Die Entscheidung dreht sich deshalb weniger um die höhere Systemleistung des E 300 de. Wichtiger sind dein Ladeplatz, dein Gepäck und die Strecken, die du regelmäßig fährst.

Welche E-Klassen hier verglichen werden

Der Vergleich gilt für zwei konkrete T-Modelle der ersten S213-Baureihe vor der Modellpflege:

VarianteZeitraum in der ADAC-DatenbankAntrieb
E 220 d T-Modell 9G-TRONIC10/2016–04/2018Diesel, 194 PS
E 300 de T-Modell 9G-TRONIC10/2018–05/2019Plug-in-Hybrid aus Diesel und Elektromotor, 306 PS Systemleistung

Die Zeiträume überschneiden sich nicht. Dieser Artikel vergleicht deshalb Platz, Gewichte, Anhängelast und die Ladefrage. Er behauptet weder einen Preisvorteil noch einen fairen Aufpreis zwischen gleich alten Autos. Für einen konkreten Kauf müssen Baujahr, Ausstattung, Zustand und Angebotspreis separat zusammenpassen.

160 Liter weniger Kofferraum sind die klare Differenz

Beide Varianten sind in den Daten 4,93 Meter lang und mit Außenspiegeln 2,07 Meter breit. Außen kaufst du also praktisch dasselbe Format. Innen unterscheidet sich der Stauraum:

Herstellerangabe im ADAC-KatalogE 220 dE 300 deAbstand
Kofferraum, normal640 l480 l160 l
Kofferraum, dachhoch bei umgeklappter Rückbank1.820 l1.660 l160 l

Beim normalen Kofferraum sind 160 Liter genau ein Viertel des E-220-d-Werts. Das heißt nicht, dass in den E 300 de pauschal ein bestimmter Kinderwagen weniger passt. Literwerte beschreiben keine Taschenform, keine Ladekante und keine feste Box.

Nimm deshalb die Gegenstände mit, die den Kauf wirklich entscheiden: Kinderwagen, Hundebox, zwei große Reisekoffer oder die zusammengeklappte Sportausrüstung. Miss vorher die größten Stücke. Beim Termin zählt, ob sich die Heckklappe ohne Drücken schließen lässt und die Rückbank in der benötigten Stellung bleiben kann.

Wer den Kombi regelmäßig bis unters Dach nutzt, bekommt beim E 220 d den klareren Vorteil. Wer meist mit zwei Taschen einkauft, kann mit dem kleineren Gepäckraum des E 300 de gut auskommen. Das klärt kein Datenblatt für dich; ein einziger realistischer Beladungsversuch schon.

Das höhere Leergewicht frisst die Zuladung nicht vollständig auf

Der E 300 de ist in den verglichenen Daten mit 2.140 Kilogramm EU-Leergewicht angegeben, der E 220 d mit 1.780 Kilogramm. Das sind 360 Kilogramm Unterschied. Trotzdem beträgt die ausgewiesene Zuladung 660 statt 670 Kilogramm.

Der Grund steckt im zulässigen Gesamtgewicht: 2.800 Kilogramm beim E 300 de, 2.450 Kilogramm beim E 220 d. Der höhere Grenzwert gleicht fast das gesamte zusätzliche Leergewicht aus.

Für diese beiden Varianten ist „Plug-in-Hybrid gleich kaum Zuladung“ daher die falsche Abkürzung. Das deutlichere Platzthema ist der Kofferraum. Verlasse dich beim angebotenen Auto trotzdem nicht auf die Tabellenwerte dieses Artikels. Sonderausstattung verändert das tatsächliche Gewicht. Prüfe die Fahrzeugpapiere und, wenn du regelmäßig schwer belädst, das konkrete Fahrzeuggewicht.

Beim Anhänger herrscht in den Daten Gleichstand

Für beide Varianten nennt der ADAC-Katalog dieselben Werte:

  • 2.100 Kilogramm gebremste Anhängelast bei zwölf Prozent Steigung
  • 750 Kilogramm ungebremste Anhängelast
  • 84 Kilogramm Stützlast
  • 100 Kilogramm Dachlast

Das ist eine nützliche Vorauswahl, aber noch keine Freigabe für ein Inserat. Vergleiche vor dem Kauf die eingetragene Anhängelast mit der tatsächlichen Masse deines beladenen Anhängers. Prüfe außerdem Stützlast, zulässige Gesamtmassen und die erforderliche Fahrerlaubnis. Eine montierte Kupplung beweist nicht, dass jede gewünschte Kombination zulässig ist.

Falls du Pferde-, Boots- oder schweren Wohnanhänger ziehst, gehört die tatsächliche Stütz- und Anhängelast früh in die Anfrage an den Verkäufer. So fährst du nicht zu einem Auto, das bereits auf dem Papier ausscheidet.

Der E 300 de braucht einen echten Ladeplan

Für den E 300 de nennt die damalige Herstellerangabe 13,5 kWh Bruttokapazität und 44 Kilometer elektrische WLTP-Reichweite. Geladen wird über Typ 2, einphasig mit bis zu 7,4 kW. Als Ladezeit stehen 90 Minuten an einer passenden 7,4-kW-Wallbox oder Ladesäule und 300 Minuten an einer Haushaltssteckdose im Datenblatt.

Diese Werte beschreiben ein neues Fahrzeug unter festgelegten Bedingungen. Sie sagen nicht, wie weit ein Exemplar von 2018 oder 2019 heute elektrisch fährt. Batteriezustand, Temperatur, Tempo, Heizung und Strecke verändern das Ergebnis.

Schreibe vor der Besichtigung drei Zahlen auf:

  • 1. Wie viele Kilometer liegen zwischen dem morgendlichen Start und der nächsten verlässlichen Lademöglichkeit?
  • 2. Wie oft pro Woche kannst du dort tatsächlich laden?
  • 3. Welchen Teil deiner typischen Strecke schafft der angebotene Wagen bei einer Probefahrt unter ähnlichen Bedingungen elektrisch?

Mit diesen drei Antworten wird die alte WLTP-Zahl zu einer Prüffrage statt zu einem Versprechen. Wenn du zu Hause oder bei der Arbeit verlässlich laden kannst und ein großer Teil deiner Alltagswege in die heute verfügbare elektrische Strecke passt, hat der E 300 de einen nachvollziehbaren Einsatz. Ohne regelmäßigen Ladeplatz bleibt der elektrische Teil im Alltag schwerer nutzbar. Die zusätzliche Technik und der kleinere Kofferraum verschwinden dadurch nicht.

Lass dir die Ladefunktion mit dem vorhandenen Kabel zeigen. Ein kurzer Ladevorgang belegt noch keinen guten Batteriezustand, kann aber fehlende Kabel oder offensichtliche Ladeprobleme sichtbar machen. Vor dem Kauf sollte eine qualifizierte Werkstatt den Hochvoltteil und den übrigen technischen Zustand prüfen.

Warum die Verbrauchszahlen keinen fairen Direktvergleich ergeben

Beim E 220 d hat der ADAC im Test von März 2017 einen EcoTest-Verbrauch von 5,5 Litern Diesel je 100 Kilometer gemessen. Für den hier behandelten E 300 de gibt es auf der ADAC-Seite keinen eigenen Autotest. Dort steht der damalige Herstellerwert von 1,6 Litern je 100 Kilometer zusammen mit dem Stromanteil des Plug-in-Hybrids.

5,5 und 1,6 Liter einfach nebeneinanderzustellen wäre irreführend. Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Verfahren, und beim Plug-in-Hybrid hängt der Dieselverbrauch stark davon ab, wie viel du lädst und elektrisch fährst.

Rechne stattdessen mit deinem Alltag:

  • Kilometer, die du voraussichtlich elektrisch fährst, mal dein Strompreis und ein realistisch ermittelter Stromverbrauch
  • verbleibende Kilometer mal ein realistischer Dieselverbrauch
  • dazu Versicherung, Steuer, Wartung, Reifen und eine Reserve für bekannte Arbeiten

Fehlt dir der aktuelle Verbrauch eines konkreten E 300 de, bleibt die Kostenrechnung an dieser Stelle offen. Ein niedriger Laborwert ist kein Ersatz. Für die vollständige Jahresrechnung kannst du das Vehilo-Arbeitsblatt Gebrauchtwagen-Budget: Was im ersten Jahr zum Kaufpreis dazukommt verwenden.

Was du am konkreten Auto prüfst

Bei beiden Varianten:

  • 1. Identität: Stimmen Variante, Erstzulassung, Leistung und Fahrzeugpapiere mit dem Inserat überein?
  • 2. Platz: Passen deine größten Gegenstände in den Kofferraum, ohne dass Sitze oder Heckklappe anders genutzt werden müssen als im Alltag?
  • 3. Gewichte: Reichen Zuladung, Anhänge- und Stützlast laut den Papieren des angebotenen Autos?
  • 4. Historie: Sind Wartungen, Reparaturen und offene Arbeiten nachvollziehbar dokumentiert?
  • 5. Technischer Zustand: Prüft eine qualifizierte Stelle Motor, Getriebe, Fahrwerk, Bremsen, Abgasnachbehandlung und die übrigen kaufrelevanten Baugruppen?

Beim E 300 de zusätzlich:

  • Sind beide benötigten Ladekabel vorhanden?
  • Startet das Laden an einem passenden Typ-2-Anschluss?
  • Gibt es einen datierten und erklärten Befund zum Zustand der Hochvoltbatterie?
  • Passt die bei der Probefahrt beobachtete elektrische Strecke zu deinem Alltag?
  • Prüft die Werkstatt auch Hochvoltsystem, Ladegerät und Hybridfunktionen?

Eine Probefahrt, ein Ladeversuch und ein Batteriedokument beantworten verschiedene Fragen. Keines ersetzt die anderen.

So fällt die Auswahl

Der E 220 d passt eher, wenn du den großen Kofferraum regelmäßig ausnutzt, keinen verlässlichen Ladeplatz hast oder lange Dieselstrecken den Alltag bestimmen. Seine 640 Liter Stauraum sind in diesem Vergleich der stärkste praktische Vorteil.

Der E 300 de passt eher, wenn du regelmäßig laden kannst, viele deiner üblichen Wege in seine heute tatsächlich verfügbare elektrische Strecke passen und 480 Liter Kofferraum für deine reale Beladung reichen. Die Anhängelast muss kein Gegenargument sein: In den verglichenen Daten liegt sie auf dem Niveau des E 220 d.

Keiner von beiden ist schon allein wegen der Variante der bessere Kauf. Beim E 300 de muss zusätzlich der Zustand des Hochvoltsystems überzeugen. Beim E 220 d macht der größere Kofferraum ein schlecht gewartetes Exemplar nicht gut. Preis, Historie und Prüfung des konkreten Autos bleiben die letzte Hürde.

Wenn du noch zwischen Antrieb, Platzbedarf und anderen großen Kombis abwägst, kann die Vehilo Gebrauchtwagen-Suche deine Strecken, Ladebedingungen und Ausschlusskriterien in einen Suchplan übersetzen. Sie ersetzt keine technische Fahrzeugprüfung und keine Batteriediagnose.

Quellen und Methode

Quellen und Methode

Die Quellen wurden am 4. Oktober 2026 geprüft. Die technischen Werte zum E 300 de und ein Teil der E-220-d-Tabelle sind dort als Herstellerangaben gekennzeichnet; der E-220-d-Verbrauch stammt aus dem ADAC-Autotest von März 2017. ChatGPT hat die Daten im Auftrag von Vehilo verglichen, die Rechenschritte geprüft und den Artikelentwurf erstellt. Vehilo hat dafür keines der Fahrzeuge gefahren, vermessen oder technisch untersucht.